ge
stern
sekundenkurz
ge
funkelt
sternstunde
(Monika Albrecht)
Das Gedicht verbindet Quantenmechanik und Astronomie, deshalb gefällt es mir gut. Das Licht der anderen Sterne ist viele Jahre unterwegs, bis es unser Auge erreicht – und doch ist es so jung wie in dem Moment, als es aufbrach, denn Photonen altern nicht.
Photonen altern tatsächlich nicht: Das ist ein Effekt der Relativitätstheorie.
Aus gegebenem Anlass ein paar Worte zur Interpretation. In dem Gedicht geht es um die Zeit und um Licht. Beides wird in Gegensätzen benannt: lange und kurze Zeiträume, Stunde, Sekunde bis zum Moment-"ge" des Klickens des Photonendetektors, große und kleine Lichtquellen, Stern und Lichtteilchen. Die Worte lesen wir in einzelnen Päckchen – Quanten. Aber sie sprechen nicht nur die physikalische Phantasie an und laden dazu ein, über die Quantenmechanik und die Relativitätstheorie, ihre Gemeinsamkeiten, Unvereinbarkeiten und mögliche Synthese zu meditieren, sondern sprechen auch das Gefühl an, denn funkelnde Sterne erinnern an kühle Winter- und warme Sommernächte und Sternstunden ... wecken die Erinnerungen und Hoffnungen der Leserin. Kann eine Sternstunde aufblitzen?
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